Brettchenweben

Mit dem Brettchenweben ist man in der Lage, Borten und Bänder herzustellen, die je nach angewandter Technik verschiedene Muster zeigen, von Knotenmustern über symmetrische Ranken bis hin zu Buchstaben. Die Borten sind extrem stabil und können aus Wolle, Leinen, Seide und Metalllahn (und prinzipiell natürlich auch aus Baumwolle oder Polyacryl) gefertigt werden.

Gewebe bei den Wikingern

Jene Funde, die den Wikingern zugeordnet werden, beinhalten keine Bänder mit sog. Einzugs- oder Schnurbindungsmustern (wie z.B. viele kleine Thorshämmer). Sie sind, wie der Mammen-Fund, in Köper oder in Broschurtechnik gefertigt. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass der Grund für die Dominanz der Broschurfunde in deren Material liegt, da der dort verwendete Metalllahn nicht so leicht verrottet und so leichter erhalten bleibt. Bis jedoch neues gefunden wird, gehen wir von dem aus, was wir haben.
Insgesamt dürfte die Relation von großem Zeit- und Materialaufwand zu eher geringem praktischen Nutzen die weite Verbreitung von Brettchenborten auf und an der Kleidung der Wikinger verhindert haben. Sehr seltene Funde unterstützen diese These. Trotzdem ist es ein faszinierendes Handwerk, das wir gerne zeigen.
Das allseits beliebte "Widderhorn" ist übrigens belegt - und zwar für das 19. Jahrhundert in Anatolien.

Zu den Bildern

Das erste Band in der Galerie von Myrunts Borten ist angelehnt an die Brettchenborten aus dem Mammen-Grab, alle anderen sind moderne Kreationen.