Nadelbinden

Warme Socken für kalte Tage

Die Winter in Skandinavien sind und waren bitterkalt - ohne gute, warme Socken kaum zu überstehen. Nun haben die Wikinger noch nicht gestrickt und auch das Häkeln war ihnen fremd. Stattdessen gibt es einige Funde von nadelgebundenen Socken.

Das Werkzeug

Man braucht zum Nadelbinden nur eine Nadel aus Holz, Knochen oder Horn. Es gibt sie in unterschiedlichen Größen, alle sehen aber im Grunde aus wie überdiemensionale Nähnadeln. In Kjartans Holz-Galerien sind einige Exemplare zu bewundern.
Je nach angewandtem Stich braucht man mehr oder weniger dickes Wollgarn. Für die meisten Stiche, wie u.a. den Oslo-Stich, verwendet man am besten dickes, ungezwirntes, so genanntes Dochtgarn.

Das Ergebnis

Im Unterschied zum Stricken und Häkeln werden beim Nadelbinden keine Maschen gebildet, sondern Knoten, die sich auch nicht aufribbeln, wenn ein Loch in das Gewirke kommt - garantiert keine "Laufmaschen"! Aus dem gleichen Grund kann allerdings auch nicht vom Knäuel gearbeitet werden, sondern man muss am Ende eines Fadens den Nächsten Anfilzen. Das und die Tatsache, dass man nach jedem Stich den gesamten Faden durch das Gewirke ziehen muss, macht die Technik nicht zu den schnellsten. Das Ergebnis ist jedoch extrem warm, stabil und je nach Festigkeit sogar ziemlich wasserfest!

Nalbinding bei den Wikingern

Gefunden wurden Socken und Handschuhe, jedoch keine Mützen. Allerdings sind diese an manchen Tagen unabdingbar und ein für uns "tragbarer" Kompromiss.
Weder Werkzeug noch Material sind teuer oder aufwendig herzustellen und das Nadelbinden selbst ist ohne weiteres nebenbei zu erledigen und kann auch mal für einige Zeit liegengelassen werden. Das qualifiziert es für eine weitere Verbreitung als sie es das Brettchenweben je hätte erreichen können.