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Willkommen bei Allskonar

Wir, die Allskonar Wikinger, sind drei Leute Anfang Zwanzig, die sich seit einiger Zeit mit dem Leben der Skandinavier vor über 1000 Jahren beschäftigen – vielen sind diese Menschen besser bekannt als Wikinger. 

Wir orientieren uns bei Kleidung und für das Publikum sichtbaren Utensilien an Funden oder versuchen gegebenenfalls, sinnvolle und schlüssige Lösungen zu finden. Es liegt uns viel daran, unser stetig wachsendes (und dabei garantiert nie vollständiges) Wissen an Interessierte weiterzugeben, gängige Klischees und Missverständnisse zu beseitigen und manche vergessene Handwerkskunst wieder in das Bewusstsein der Menschen heute zu bringen.

Mehr über uns, unsere Darstellung und Einstellung unter Über Uns.

Neue Klamotten Bilder

22.01.2014 18:57 von Lisa

Wir haben letztens mal ein paar frische Bilder gemacht. Das spiegelt natürlich nicht unsere komplette Garderobe wieder, aber ein Eindruck schadet sicher nicht. Durch Klicken wird das Ganze größer.

Falls sich jemand wundert: auf Borten und Stickereien verzichten wir bewusst, da uns dafür im Raum Haithabu keine bzw. kaum Belege vorliegen.

Lisa in Kleidung des armen Stands Kjartan in Kleidung des armen Stands Finna in Kleidung des armen Stands

 Lisa in Kleidung der Handwerkerin / des mittleren Stands Kjartan in Kleidung des Handwerkers Finna in Kleidung des mittleren Stands

 Lisa in Kleidung des hohen Stands Kjartan in Kleidung des hohen Stands Finna in Kleidung des hohen Stands

Erste Versuche in der Pflanzenfärberei

08.01.2014 14:32 von Lisa

Kaum ein halbes Jahr ist vergangen seit dem letzten Blogeintrag und seit David uns die Welt des Pflanzenfärbens näher gebracht hat...

 

Trockenständer

Am Ende des Jahres, zur vorletzten Rauhnacht, machten wir uns daran, zum ersten Mal eigene Versuche zu wagen. Insgesamt 1,5kg Wolle als Garne und Kammzüge sowie einige Gramm Seide wurden in Gelb, Grün und Rot gefärbt.

 

Bei den Rezepten richteten wir uns nach Dorothea Fischer bzw. ihrem Buch "Naturfarben auf Wolle und Seide - Färben ohne giftige Zusätze". Ein tolles Buch mit vielen Anleitungen und Anregungen, das absolut empfehlenswert ist! Wir werden deshalb im Folgenden auf genaue Mengenangaben verzichten, kann man alles nachlesen.

Nur der Buchtitel ist ziemlich irreführend, denn allein bei unserer Färbung kamen wir mit diversen unangenehmen Substanzen in Berührung: Rainfarn ist in allen Bestandteilen giftig, Kalialaun zum Beizen ziemlich ungesund und Eisenvitriol sogar echt gefährlich. Also, Handschuhe tragen und nicht ständig den Kopf in den Dampf hängen! Nur weil "Natur" draufsteht, ist es noch lange nicht gesund!

 

Aber zurück zum Fröhlich-Bunten.

 

 Die Ausrüstung
Beim den Voraussetzungen haben wir viel Glück, denn bei Lisas Eltern zu Hause gibt es eine weitgehend ungenutzte Küche mit PVC-Boden, Nebengebäude inkl. Wäscheboden, einen Garten, einen 30-Liter-Einkochtopf mit Thermostat-Zeitschaltuhr und sogar eine alte Wäscheschleuder. All das durften wir netterweise völlig gratis nutzen, obwohl z.B. der Einkochtopf jetzt nicht mehr für Lebensmittel zu verwenden ist.

 

 Die Vorbereitung
Bereits eine Woche vorher wurde die Wolle mit 15% Kalialaun gebeizt. Dazu wurde der pH-Wert des Wassers außerdem mit Essigessenz etwas gesenkt, um die Wolle zu schonen. Die noch feuchte Wolle wurde dann in verschlossene Plastikeimer gelegt und die Woche über stehen gelassen.

 

 Das Färben


Bereits im Mai hatten wir jede Menge Birkenblätter gesammelt. Der Zeitpunkt ist wichtig, denn die Birke sammelt den gelben Farbstoff nur dann in den Blättern, wenn er zur Färbung des Blütenstaubs benötigt wird. Vor Mai hat sich noch nicht genügend Farbstoff gebildet, nach der Blüte ist er im wahrsten Sinne des Wortes "verpulvert".

 

Birkenfärbung Birkenfärbung

Wir hatten offenbar den richtigen Zeitpunkt erwischt und erreichten ein schönes, intensives Gelb auch noch im zweiten Zug. Den dritten Zug entwickelten wir mit Eisenvitriol aka. Eisen(II)Sulfat zu einem mittleren Grün, das auf Seide etwas dunkler ausfiel.

 

Für den Rainfarn gilt Ähnliches: der meiste Farbstoff in der Pflanze ist kurz vor der Blüte vorhanden. Wir haben etwas davon gesammelt, als er schon in voller Blüte stand, trotzdem hat das Färben funktioniert.

 

Rainfarn-Wolle-Haufen Rainfarnfärbung

Das Gelb wurde etwas grau-grün stichiger als bei der Birkenfärbung, aber immernoch schön. Hier unterscheiden sich erster und zweiter Zug nicht nur in der Intensität, sondern auch im Farbton. Auf Seide (erster Zug) entstand eine tolle Goldfarbe. Auch beim Rainfarn wurde der dritte Zug mit Eisenvitriol weiterentwickelt, das Ergebnis ist dunkler und grau stichiger als beim Birken-Grün.

 

Zu guter Letzt wagten wir uns an den Krapp. Dank des Seminars bei David Seidel hatten wir keine große Angst, etwas falsch zu machen. Der sagte uns, dass die genaue Temperatur ziemlich egal sei, solange sie nicht über 65°C steige. Kälter gehe immer, dann dauert es eben etwas länger.

 

Krapppulver-Wolle-Gemisch

Der Einkochtopf mit Thermostat machte es natürlich doppelt einfach. Wir haben immer wieder die Temperatur mit einem Bratenthermometer überprüft, der Einkochtopf funktioniert sehr präzise und so ging nichts schief. Einzig der gemahlene Farbstoff, der sich überall verteilt und hartnäckig in der Wolle hängt, ist ein kleines Ärgernis... ;-)

 

Krappfärbung

Im ersten Zug erreichten wir ein leuchtendes Rot, auch und besonders bei der Seide. Ein Kammzug „Polarfuchs“ in grau-braun meliert wanderte auch mit in den Topf und auf ihm wirkt die Färbung besonders intensiv und die melierte Faser macht die Farbe sehr lebhaft.

Der zweite Zug war schon deutlich schwächer, das Ergebnis Ton zwischen Korallrot und Lachsfarben, wobei der Kammzug leider fleckig wurde (was sich beim Spinnen aber wohl verliert). Von dieser Farbe sind wir alle nicht so angetan, der Großteil wird wahrscheinlich bei der nächsten Färbung mit Indigo zu Lila übergefärbt.

Beim dritten Zug wurde es besonders interessant, wir wagten eine Doppelfärbung auf den zweiten Zug Birke. Da wir zwischendurch schon alles aufgeräumt und grob gesäubert hatten, erwärmten wir das ganze nur ca. 1,5 Stunden auf 60°C und ließen die Wolle über Nacht in der Flotte liegen, um den letzten Rest Farbe herauszuholen. Das Ergebnis ist ein sehr schönes, warmes Orange, einer der Favoriten des ganzen Tages.

 

Am nächsten Tag gab es noch eine kleine Fotosession in der Nachmittagssonne. Hier also die Endergebnisse! Klick hier für die Galerie mit allen Bildern.

Farbkreis

Pflanzenfärbekurs

30.06.2013 10:33 von Lisa

Am gestrigen Samstag haben wir einen tollen Tag mit David Seidlitz in seiner Rubia Pflanzenfärberei in Quedlinburg verbracht und dort ein Färbeseminar gemacht. Nur wir drei waren dabei und so war die Atmosphäre sehr gemütlich und wir konnten viele spezielle Fagen stellen. Gefärbt wurde mit Krapp und Indigo – letzteres unglaublich ergiebig, wir hätten sogar noch mehr Material blau färben können als wir überhaupt dabei hatten!

Auch wenn man schon das ein oder andere über die Pflanzenfärberei aufgeschnappt hatte, gab es viel zu sehen und zu lernen. Wir fühlen uns jetzt gewappnet, bald die ersten eigenen Versuche zu wagen.

Das ganze war ein Geburtstagsgeschenk von Finna und Kjartan für mich (Lisa). Wir alle können Davids Seminare und auch seine gefärbten Stoffe und Garne nur empfehlen! Ein sehr netter Kontakt mit viel Hintergrundwissen und tolles Handwerk! Hier gibt's weitere Infos.